Letzten Jahresanfang räumten alle gemeinsam mit
Frau Ordnungshüterin auf, dieses Jahr sind wir offensichtlich alle crazysexy beim entgiften: manche schon fast gläubig und absolut jeder noch so seltsamen Vorschrift ohne Rückfragen folgend, manch andere ohne die eigene Kritikfähigkeit auszuschalten und in Anpassung auch an die eigenen Bedürfnisse und Realitäten.
Mir ist klar, dass so etwas gemeinsam viel einfacher fällt, gerade bei der Nahrungsumstellung hilft es natürlich sich gemeinsam mit anderen zu motivieren, zu merken, dass man mit Schwierigkeiten nicht alleine ist, Rezepte austauschen und und.
Aber trotz allem stehe ich immer wieder erstaunt, sozusagend kopfschüttelnd und offenen Mundes da und betrachte fasziniert diese Art von virtueller Massen
hysteriebewegung.
Nein, ich nehme nicht teil, habe kein Bedürfnis danach, will garantiert nicht auf meinen morgendlichen Genusskaffee aus der geliebten Kaffeemaschine verzichten (durch diese hat sich mein Kaffeekonsum sowieso deutlich verringert), geniesse gerne am Abend ein Glas Rotwein oder auch mal eine Schluck meines selbst gemachten Likörs und liebe gerade im Winter „Soulfood“. Vegetarisch esse ich sowieso meistens und biologisch und regionalz umindest oft.
Und mich treibt bei all dieser Detoxerei die Frage um, was nützt das beste roh essen wenn die Nahrungsmittel denn doch wieder pestizidbelastet und von anderen Kontinenten herangeflogen und danach mit der Familienkutsche vom grossen Discounter herangekarrt werden. Und dieser Aspekt kommt mir gerade dieses Jahr bei vielen etwas zu kurz. Was nützt die beste Entgifterei wenn sich meine Bewegung tatsächlich auf die 5 Schritte zum Parkplatz mit dreimal tief durchatmen beschränkt, weil ja selbst 5 Minuten Velo fahren gerade jetzt im Winter und bei dem Verkehr vielen unvorstellbar bleibt.
Ebenso wie mich letztes Jahr bei der Aufräumerei in erster Linie die Grundsatzfrage des Aussortierten umgetrieben hat: wie gehen wir damit um: wenn wegwerfen trennen wir? Statt einfach in die Tonne kloppen, nicht besser wiederverwenden? Spenden/verschenken/verkaufen? Warum besitzen wir überhaupt soviel dass wir soviel wegwerfen können?
Aber weil ich ja auch ein Lemming bin, wenn auch ein chronisch verspäteter und daher meist eher alleine unterwegs, werde ich mich diesen Jahresanfang ans aufräumen und (aus)sortieren machen. Und das aus ganz pragmatischen Gründen: es steht – mal wieder – ein Umzug an, auch wenn es nur ein paar Strassen weiter ist